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EPS/Styropor: Eigenschaften, Kosten und Einsatzgebiete

Expandiertes Polystyrol – unter dem Markennamen Styropor bekannt – gehört zu den meistverwendeten Dämmstoffen in Deutschland. Die weißen Hartschaumpla...

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EPS/Styropor: Eigenschaften, Kosten und Einsatzgebiete

Expandiertes Polystyrol – unter dem Markennamen Styropor bekannt – gehört zu den meistverwendeten Dämmstoffen in Deutschland. Die weißen Hartschaumplatten dämmen Millionen Fassaden, weil sie ein gutes Verhältnis aus Preis, Dämmleistung und Verarbeitbarkeit bieten. Allerdings geriet EPS wegen Brandrisiken und schwieriger Entsorgung in die Kritik. Diese Seite klärt, für welche Einsatzgebiete sich EPS-Dämmung lohnt und was die Dämmplatten tatsächlich kosten. Einen detaillierten Vergleich von Dämmmaterialien stellen wir in unserem separaten Ratgeber zur Verfügung.

Quick-Facts Box

EigenschaftWert
Wärmeleitfähigkeit0,032–0,040 W/mK
Typische Dämmdicke14–16 cm (bei U-Wert 0,24)
Kosten (Material)8–25 EUR/m²
BrandschutzklasseB1/B2 (schwer entflammbar/normal entflammbar)
Geeignet fürFassade, Kellerdecke, Perimeterdämmung, Flachdach
BesonderheitGünstiger Allrounder mit guter Dämmleistung, aber brennbar ohne Flammschutzmittel

Eigenschaften und technische Daten von EPS Dämmplatten

EPS-Dämmplatten bestehen aus aufgeschäumten Polystyrol-Perlen, die zu 98 Prozent aus Luft bestehen. Diese eingeschlossene Luft sorgt für die Dämmwirkung. Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produktqualität zwischen 0,032 und 0,040 W/(m·K) – je niedriger der Wert, desto besser die Dämmleistung. Mineralwolle schafft ähnliche Werte zwischen 0,035 und 0,045 W/(m·K), während Vakuumdämmung bei 0,004–0,007 W/(m·K) liegt.

EPS-Platten für normale Fassadendämmung erreichen Druckfestigkeiten von 100–150 kPa, Spezialplatten für die Perimeterdämmung sogar 300 kPa. Das Material ist praktisch dampfdicht, weshalb Sie bei Innendämmungen zusätzliche Dampfbremsen brauchen. Die Verarbeitung ist einfach: Styroporplatten lassen sich mit handelsüblichen Werkzeugen schneiden und kleben gut auf mineralischen Untergründen.


Vor- und Nachteile von Styropor als Dämmmaterial

EPS überzeugt durch niedrige Kosten und einfache Verarbeitung. Für 10 bis 20 EUR pro Quadratmeter Material bekommen Sie eine Dämmleistung nach GEG-Standard. Die hohe Druckfestigkeit macht EPS ideal für Keller und Estriche, außerdem vereinfacht das geringe Gewicht Transport und Montage. Mit einer Rohdichte von nur 15 bis 30 kg/m³ wiegt eine typische Dämmplatte weniger als ein Kilogramm pro Quadratmeter – ein wesentlicher Vorteil bei der Fassadenverarbeitung auf Gerüsten.

Ohne Flammschutzmittel brennt der Kunststoff, weshalb bei WDVS-Fassaden Brandriegel aus Mineralwolle alle zwei Geschosse vorgeschrieben sind. Diese Brandriegel kosten zusätzlich 5 bis 8 EUR pro Quadratmeter Fassadenfläche. Die Entsorgung kann problematisch werden: Alte EPS-Platten mit HBCD gelten als Sondermüll, neuere Platten bleiben schwer recyclebar. Und weil EPS diffusionsdicht ist, kann es in feuchtigkeitsanfälligen Altbauten zu Bauschäden führen.


Einsatzgebiete von Styropor als Dämmstoff

An der Fassade ist EPS der Standarddämmstoff für Wärmedämmverbundsysteme. Die Platten werden flächig verklebt, verdübelt und mit Armierungsgewebe sowie Oberputz versehen. 14 bis 16 cm Dämmdicke erreichen einen U-Wert von 0,24 W/(m²·K) nach GEG. Allerdings schreibt die Bauordnung Brandriegel aus Mineralwolle vor, wenn Sie höher als zwei Geschosse dämmen. Einen detaillierten Überblick zu Methoden für Fassadendämmung erhalten Sie in unserem separaten Ratgeber.

Im Keller zeigt EPS seine Stärken bei der Perimeterdämmung. Spezielle druckfeste Platten werden außen auf die Kellerwand geklebt, verrottet nicht und halten Erdreich-Druck problemlos stand. Für die Kellerdeckendämmung lassen sich Styroporplatten direkt an die Betondecke kleben. Auf dem Flachdach kommt EPS als Gefälledämmung unter der Abdichtung zum Einsatz, während am Steildach diffusionsoffene Materialien wie Mineralwolle bevorzugt werden.

Sie benötigen eine Beratung für Ihr Dämmvorhaben mit Styropor? MEUVO steht Ihnen gern als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. Vereinbaren Sie direkt einen Beratungstermin über unser Kontaktformular, indem Sie Ihre Anfrage an unser Fachteam senden.


Kosten für Styropordämmung

Die Materialkosten für EPS-Dämmplatten liegen zwischen 8 und 25 EUR pro Quadratmeter. Eine 14 cm dicke Standardplatte (WLG 035) kostet etwa 12–15 EUR/m², hochwertige Platten mit WLG 032 und 16 cm Dicke 18–22 EUR/m². Spezielle Perimeter-Platten für den Keller erreichen 20–25 EUR/m². Damit ist EPS deutlich günstiger als Holzfaser (25–40 EUR/m²) oder PUR (30–45 EUR/m²). Einen detaillierten Überblick zu Kosten für Dämmung erhalten Sie in unserem sepraten Ratgeber

Bei WDVS-Fassadendämmung rechnen Sie mit 80–120 EUR/m² Einbau – inklusive Kleber, Dübel, Armierung und Putz. Kellerdeckendämmung kostet 20–35 EUR/m² Einbau, weil keine Gerüste nötig sind. Insgesamt zahlen Sie für fertige EPS-Fassadendämmung rund 90–140 EUR/m², für Kellerdämmung 35–60 EUR/m². Eine BAFA-Förderung senkt die Gesamtkosten erheblich. Wie Sie eine Förderung für Dämmmaßnahmen beantragen, erklären wir in unserem separaten Artikel.


EPS vs. Alternativen

Wer EPS mit anderen Dämmstoffen vergleicht, sollte vor allem auf Brandschutz, Diffusionsverhalten und Preis achten. Mineralwolle (Steinwolle oder Glaswolle) ist nicht brennbar und diffusionsoffen, kostet aber 15–30 Prozent mehr und wiegt deutlich schwerer. Für Fassaden ohne Brandschutz-Auflagen ist EPS die wirtschaftlichere Wahl. XPS – der chemisch verwandte "blaue Bruder" von Styropor – bietet höhere Druckfestigkeit und komplett geschlossene Zellen, ist aber 30–50 Prozent teurer. Den genauen Unterschied zwischen EPS und XPS erklären wir in unserem sepraten Ratgeber.

Naturdämmstoffe wie Holzfaser oder Hanf punkten mit besserer Ökobilanz und Feuchteregulierung, kosten allerdings das Doppelte. Wenn Ihnen Nachhaltigkeit wichtiger ist als der Preis, lohnt sich ein Blick auf unseren Vergleich von Mineralwolle und Styropor auf unserer separaten Seite.

Und falls Sie extrem wenig Platz haben – etwa bei Innendämmung im Altbau oder auf der Terrasse –, schafft Vakuumdämmung als dünnste Dämmung am Markt mit 3 cm Dicke denselben U-Wert wie 14 cm EPS. Allerdings zahlen Sie dafür das Fünf- bis Zehnfache: 80–150 EUR/m² nur für das Material.


Häufige Fragen zu Styropor

Kann Styropor dämmen?

Ja, Styropor dämmt sehr gut. Die weißen Hartschaumplatten erreichen Wärmeleitfähigkeiten zwischen 0,032 und 0,040 W/(m·K) und gehören damit zu den leistungsfähigsten günstigen Dämmstoffen. Mit 14 bis 16 cm Dicke erfüllen Sie problemlos die gesetzlichen Anforderungen nach GEG.

Wird heute noch mit Styropor gedämmt?

Ja, EPS ist nach wie vor der meistverwendete Dämmstoff an Fassaden in Deutschland. 2024 wurden rund 80 Prozent aller WDVS mit expandiertem Polystyrol ausgeführt, weil die Kombination aus günstigen Kosten und guter Dämmleistung im Massenmarkt konkurrenzlos bleibt. Allerdings wächst der Marktanteil von Mineralwolle und ökologischen Dämmstoffen langsam, besonders bei mehrgeschossigen Gebäuden mit strengeren Brandschutzanforderungen.

Ist Styropor dampfdicht?

EPS ist nahezu dampfdicht (µ = 20–100), weshalb Feuchtigkeit kaum durch die Platten wandert. Bei Außendämmung ist das unproblematisch, bei Innendämmung brauchen Sie jedoch eine Dampfbremse – sonst kondensiert Feuchtigkeit zwischen Wand und Dämmung.

Ist EPS gleich Styropor?

Ja und nein. Styropor ist der geschützte Markenname von BASF für expandiertes Polystyrol, das seit den 1950er Jahren am Markt ist. Chemisch und technisch sind Styropor und EPS identisch – der Unterschied liegt nur im Namen. Viele Hersteller produzieren EPS-Dämmplatten, aber nur BASF darf den Begriff Styropor verwenden. Im Alltag werden beide Bezeichnungen synonym genutzt, weshalb auch wir auf dieser Seite von Styropor sprechen, obwohl technisch korrekt "EPS-Dämmung" gemeint ist.

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