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PUR- und PIR-Dämmung: Eigenschaften, Kosten und Einsatzgebiete

Polyurethan-Hartschaum gehört zu den leistungsstärksten Dämmstoffen am deutschen Markt. Die beiden Varianten PUR und PIR erreichen Lambda-Werte zwisc...

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PUR- und PIR-Dämmung: Eigenschaften, Kosten und Einsatzgebiete

Polyurethan-Hartschaum gehört zu den leistungsstärksten Dämmstoffen am deutschen Markt. Die beiden Varianten PUR und PIR erreichen Lambda-Werte zwischen 0,023 und 0,028 W/mK, womit sie deutlich effizienter dämmen als Mineralwolle oder EPS. Mit 8 cm PUR-Dämmung erreichen Sie denselben Dämmwert wie mit 14 cm Steinwolle. Diese Eigenschaft macht Polyurethan besonders interessant, wenn die Aufbauhöhe begrenzt ist. Der Preis liegt allerdings 30-50 Prozent über vergleichbaren Materialien. Wenn Sie mehr Details über die Eigenschaften aller Dämmstoffe im Vergleich erfahren möchten, lesen Sie unseren separaten Ratgeber.


Eigenschaften und technische Daten von PUR/PIR

Polyurethan-Hartschaum entsteht durch die chemische Reaktion von Polyolen mit Isocyanaten, wobei ein feinzelliges Schaumgefüge mit geschlossenen Poren gebildet wird. Diese geschlossene Zellstruktur ist der Grund für die hervorragende Dämmleistung der PUR-Dämmplatten, da sie den Wärmefluss extrem effektiv blockiert. Die Wärmeleitfähigkeit der Dämmplatten liegt je nach Produkt zwischen 0,023 und 0,028 W/mK, womit PUR und PIR zur Spitzengruppe der konventionellen Dämmstoffe gehören. Nur Vakuumdämmung erreicht noch bessere Werte, kostet aber das Drei- bis Vierfache.

Die Druckfestigkeit von Polyurethan-Hartschaum variiert stark nach Rohdichte und Produkttyp. Für Perimeterdämmung am Keller werden PUR-Dämmplatten mit 100-300 kPa eingesetzt, während Flachdachdämmung oft mit 150-200 kPa auskommt. Diese Werte liegen deutlich über denen von EPS gleicher Dicke. Die Rohdichte bewegt sich zwischen 30 und 50 kg/m³, was PUR-Dämmplatten vergleichsweise leicht macht.

Feuchtigkeit stellt für Polyurethan-Hartschaum kein grundsätzliches Problem dar. Die geschlossenen Poren nehmen kaum Wasser auf, wodurch die Dämmwirkung auch bei Feuchtebelastung weitgehend erhalten bleibt. Allerdings ist das Material diffusionsdicht, was bedeutet: Wasserdampf kann nicht durch die Dämmung hindurchdiffundieren. Das hat Konsequenzen für die Planung. Bei Innendämmung müssen Sie besonders auf die Taupunktlage achten, da sich sonst Feuchtigkeit in der Konstruktion sammeln kann. Im Flachdach oder als Perimeterdämmung ist die Dampfdichtigkeit hingegen von Vorteil, weil sie zusätzlich vor eindringender Feuchtigkeit schützt.

Verglichen mit Steinwolle bietet Polyurethan deutlich bessere Dämmwerte bei geringerer Stärke, ist aber weniger atmungsaktiv und teurer. Gegenüber EPS liegt der Lambda-Wert etwa 30 Prozent niedriger, während die Druckfestigkeit höher ausfällt. Die Entscheidung für Polyurethan fällt meist dann, wenn Platz knapp ist oder hohe mechanische Belastung gefordert wird.

Quick-Facts Box

EigenschaftWert
Wärmeleitfähigkeit0,023-0,028 W/mK (WLS 023-028)
Typische Dämmdicke8-10 cm (bei U-Wert 0,24)
Kosten (Material)25-45 EUR/m²
BrandschutzklasseB2 (PUR) / B1 (PIR) (Normal-/schwer entflammbar)
Geeignet fürFlachdach, Keller, Fassade, Terrasse, Fußboden
BesonderheitHöchste Dämmleistung pro Zentimeter unter den konventionellen Dämmstoffen

PUR vs PIR: Der entscheidende Unterschied

Die Abkürzungen PUR und PIR stehen für zwei chemisch verwandte, aber nicht identische Materialien. PUR ist reiner Polyurethan-Hartschaum, während PIR für Polyisocyanurat steht. Der Unterschied entsteht bei der Herstellung: PIR enthält einen höheren Anteil an Isocyanurat-Bindungen, was die Temperaturbeständigkeit und das Brandverhalten verbessert. In der Praxis bedeutet das: PIR-Dämmplatten erreichen Brandschutzklasse B1 (schwer entflammbar), während PUR meist als B2 (normal entflammbar) eingestuft wird. Für viele Anwendungen ist diese Einstufung entscheidend, weil Bauvorschriften in bestimmten Bereichen mindestens B1 fordern.

Die Dämmleistung unterscheidet sich zwischen PUR und PIR nur minimal. Beide Materialien bewegen sich im Lambda-Bereich von 0,023 bis 0,028 W/mK, wobei hochwertige Produkte beider Varianten die gleichen Spitzenwerte erreichen. Der Preisunterschied liegt bei etwa 10-15 Prozent zugunsten von PUR, weshalb PIR vor allem dort eingesetzt wird, wo Brandschutzanforderungen erhöht sind oder wo die bessere Temperaturbeständigkeit einen echten Mehrwert bietet. Im Flachdach etwa, wo sommerliche Oberflächentemperaturen über 70 Grad erreicht werden können, bewährt sich PIR besser als PUR. Einen ausführlichen Vergleich zwischen PUR und PIR lesen Sie in unserem separaten Ratgeber.

Ein praktisches Beispiel verdeutlicht die Wahl: Bei der Kellerdeckendämmung genügt meist PUR, da keine erhöhten Brandschutzanforderungen bestehen und die Temperaturbelastung gering bleibt. Für eine Fassadendämmung mit WDVS hingegen verlangen viele Bauordnungen mindestens B1, womit PIR die richtige Wahl wäre. Am Flachdach wiederum ist PIR wegen der Temperaturbeständigkeit überlegen, obwohl beide Brandschutzklassen dort oft akzeptiert werden. Die Entscheidung hängt also stark vom Einsatzgebiet und den örtlichen Vorschriften ab.

Manche Hersteller bieten Mischformen an, bei denen die äußere Schicht aus PIR besteht und der Kern aus PUR gefertigt wird. Diese Hybridplatten kombinieren die Brandschutzeigenschaften von PIR mit der Wirtschaftlichkeit von PUR. Beim Kauf sollten Sie auf die Produktdatenblätter achten, die Angaben zu Brandklasse, Lambda-Wert und Anwendungsbereichen enthalten.

Vor- und Nachteile im Überblick

Polyurethan-Hartschaum überzeugt durch die Kombination aus hoher Dämmleistung und geringer Aufbauhöhe. Mit Lambda-Werten um 0,023 bis 0,028 W/mK erreichen Sie mit 8 cm PUR- oder PIR-Dämmplatten denselben U-Wert wie mit 14 cm Steinwolle oder 10 cm EPS. Das spart Platz bei Dachaufbauten, Kellerdecken oder in der Fassade, wo jeder Zentimeter Raumhöhe zählt. Zusätzlich ist das Material druckfest, formstabil und feuchtebeständig, weshalb es universell einsetzbar ist. Die Verarbeitung gelingt unkompliziert, da die Dämmplatten sich leicht zuschneiden lassen und keine Schutzkleidung wie bei Mineralwolle erforderlich ist. Produkte von Herstellern wie Kingspan oder Linzmeier bieten zudem lange Haltbarkeit, sodass die Dämmung über Jahrzehnte ihre volle Leistung behält.

Allerdings hat Polyurethan-Dämmung auch Schwächen. Der Preis liegt mit 25-45 EUR/m² Material deutlich über dem von EPS (10-20 EUR/m²) oder Mineralwolle (15-25 EUR/m²). Wer ein ganzes Haus dämmen möchte, zahlt schnell mehrere tausend Euro mehr als mit günstigeren Alternativen. Die Dampfdichtigkeit kann bei falscher Planung zu Feuchteproblemen führen, besonders bei Innendämmung oder in Altbauten ohne Dampfbremse. Und obwohl PIR schwer entflammbar ist, bleibt PUR mit Brandklasse B2 hinter Mineralwolle (A1, nicht brennbar) zurück. Wer diese Nachteile akzeptiert, erhält dafür ein Material, das bei beengten Platzverhältnissen kaum zu schlagen ist.

Einsatzgebiete: Wo PUR und PIR ihre Stärken ausspielen

An der Fassade kommen PUR- und PIR-Dämmplatten sowohl als WDVS-Unterlage als auch als hinterlüftete Fassadendämmung zum Einsatz. Bei Wärmedämmverbundsystemen werden die Dämmplatten direkt auf die Außenwand geklebt und mit Putz versehen. Hier ist PIR wegen der Brandschutzklasse B1 die bevorzugte Wahl, da viele Landesbauordnungen für Fassaden mindestens schwer entflammbare Dämmstoffe vorschreiben. Die geringe Dicke spart Platz an Grundstücksgrenzen und vermeidet Probleme mit Dachüberständen. Mit 10 cm PIR erreichen Sie U-Werte um 0,24 W/(m²·K), womit die GEG-Anforderungen sicher erfüllt werden. Detaillierte Informationen für Systeme und Kosten für Fassadendämmung erhalten Sie in unserem separaten Ratgeber.

Im Keller ist Polyurethan-Hartschaum der Standard für Perimeterdämmung, also die Dämmung erdberührter Bauteile. Die geschlossenen Poren nehmen kein Wasser auf, und die hohe Druckfestigkeit hält dem Erddruck stand. Typischerweise werden 10-12 cm dicke PUR- oder PIR-Dämmplatten außen auf die Kellerwand geklebt, bevor die Baugrube verfüllt wird. Für die Kellerdecke reicht oft eine Dämmung von unten mit 8-10 cm PUR, was den Keller vom beheizten Wohnraum trennt und Heizkosten spart. Hier genügt PUR, da Brandschutzanforderungen im Keller meist geringer sind als an der Fassade.

Am Dach zeigt sich die Vielseitigkeit von Polyurethan-Dämmstoffen besonders deutlich. Beim Flachdach werden PIR-Dämmplatten direkt auf die Betondecke oder Holzschalung verlegt und mit einer Abdichtungsbahn bedeckt. Die Platten bieten hier optimale Druckfestigkeit. Die Temperaturbeständigkeit von PIR ist hier ein klarer Vorteil, da die Oberfläche im Sommer sehr heiß wird. Für Steildächer eignet sich PUR als Aufsparrendämmung, wobei die PUR-Dämmplatten oberhalb der Sparren montiert werden und eine durchgehende Dämmschicht ohne Wärmebrücken bilden. Mit 12-14 cm erreichen Sie auch hier GEG-Standard, allerdings zu höheren Kosten als mit Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle.

Bei Terrassen und Balkonen hilft Polyurethan-Hartschaum, Wärmebrücken zu minimieren und zugleich die Aufbauhöhe gering zu halten. Gerade bei nachträglicher Dämmung ist jeder Zentimeter wertvoll, da sonst Türschwellen und Anschlüsse problematisch werden. Mit 6-8 cm dicken PUR-Dämmplatten unter dem Terrassenbelag reduzieren Sie Wärmeverluste erheblich, ohne die Konstruktion massiv aufzubauen. Für weitere Details zu Planung und Material für Terrassendämmung lesen Sie unseren separaten Ratgeber.

Im Fußbodenbereich, etwa bei Kellergeschossen oder über unbeheizten Garagen, funktioniert PUR ebenfalls gut. Die PUR-Dämmplatten tragen Estrich und Bodenbelag ohne Probleme, und die Dämmwirkung bleibt auch bei mechanischer Belastung konstant.

Kosten: Was PUR- und PIR-Dämmung tatsächlich kostet

Die Materialkosten für Polyurethan-Hartschaum liegen zwischen 25 und 45 EUR pro Quadratmeter, abhängig von Stärke, Hersteller und Produktqualität. Eine einfache PUR-Dämmplatte mit 8 cm Dicke und WLS 025 kostet etwa 25-30 EUR/m², während hochwertige PIR-Dämmplatten mit Lambda 0,023 und Deckschichten eher 40-45 EUR/m² erreichen. Im Vergleich dazu kostet EPS-Dämmung gleicher Dicke nur 10-15 EUR/m², während Sie für Steinwolle etwa 15-25 EUR/m² einplanen müssen. Der Preisaufschlag für Polyurethan ist also erheblich, wird aber durch die geringere erforderliche Dicke teilweise ausgeglichen.

Die Einbaukosten variieren stark nach Anwendung und Zugänglichkeit. Für eine Kellerdeckendämmung von unten rechnen Fachbetriebe mit 15-25 EUR/m² Montage, da die Arbeit vergleichsweise einfach ist. Bei WDVS an der Fassade steigen die Kosten auf 40-60 EUR/m², weil Gerüst, Kleber, Dübel und Putzarbeiten hinzukommen. Flachdachdämmung liegt bei 30-50 EUR/m² Einbau, abhängig von Dachgröße und Zugänglichkeit. Insgesamt müssen Sie für eine komplette PUR- oder PIR-Dämmung inklusive Material und Montage mit 65-105 EUR/m² rechnen, wobei Fassadendämmung am oberen Ende dieser Spanne liegt.

Verglichen mit anderen Dämmstoffen zeigt sich: Mineralwolle-WDVS kostet komplett etwa 50-80 EUR/m², EPS-WDVS liegt bei 45-70 EUR/m². Polyurethan ist also teurer, bietet dafür aber bessere Dämmwerte bei geringerer Dicke. Ob sich die Mehrkosten lohnen, hängt von Ihrer Situation ab. Wenn Sie an der Grundstücksgrenze bauen und jeden Zentimeter zählt, ist PUR oder PIR oft alternativlos. Bei großzügigen Platzverhältnissen hingegen sparen Sie mit Mineralwolle oder EPS Geld, ohne nennenswerte Nachteile in der Dämmleistung hinnehmen zu müssen. Detaillierte Informationen zu Kosten für Dämmung im Überblick erhalten Sie auf unserer separaten Seite.

Fördermittel können die Investition deutlich erträglicher machen. Die BAFA bezuschusst energetische Sanierungen mit bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten, was bei einer Fassadendämmung mehrere tausend Euro ausmachen kann. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme die technischen Mindestanforderungen erfüllt und von einem Energieberater begleitet wird. Auch KfW-Kredite mit Tilgungszuschuss stehen zur Verfügung. Einen detaillierten Überblick zu den Förderungsmöglichkeiten für Dämmmaßnahmen erhalten Sie in unserem separaten Ratgeber.

Alternativen: Wann andere Dämmstoffe die bessere Wahl sind

Mineralwolle, also Steinwolle oder Glaswolle, ist die klassische Alternative zu Polyurethan-Hartschaum. Mit Lambda-Werten um 0,035 bis 0,040 W/mK dämmt sie schwächer, kostet dafür aber nur halb so viel und ist nicht brennbar (Brandklasse A1). Wenn Platz keine Rolle spielt und Brandschutz wichtig ist, etwa beim Dachausbau oder in Holzbauten, spricht viel für Mineralwolle. Die Verarbeitung erfordert allerdings Schutzkleidung wegen der feinen Fasern, und die Dämmwirkung leidet bei Feuchtebelastung. Mehr Details zu den Einsatzmöglichkeiten von Mineralwolle erfahren Sie in unserem separaten Ratgeber.

EPS, besser bekannt als Styropor, liegt bei Lambda-Werten um 0,032 bis 0,040 W/mK und kostet nur 10-20 EUR/m². Für WDVS an der Fassade ist EPS nach wie vor der Marktführer, da es günstig ist und sich leicht verarbeiten lässt. Die Druckfestigkeit ist allerdings geringer als bei PUR, und die Brandschutzklasse liegt meist bei B1 bis B2, je nach Dämmstoff-Variante. Im Vergleich zu Polyurethan benötigen Sie etwa 30 Prozent mehr Dicke für dieselbe Dämmleistung. Wenn das Budget knapp ist und die Aufbauhöhe unkritisch, ist EPS eine vernünftige Wahl.

XPS, also extrudiertes Polystyrol, erreicht ähnliche Dämmwerte wie PUR (Lambda 0,030-0,036 W/mK) und ist ebenfalls feuchtebeständig sowie druckfest. Es kostet etwa 30-40 EUR/m² und wird vor allem für Perimeterdämmung verwendet. Der Vorteil gegenüber PUR ist minimal, weshalb XPS eher dann zum Einsatz kommt, wenn ein Bauherr aus persönlichen Gründen kein Polyurethan möchte oder wenn spezielle Produkteigenschaften wie höhere Druckfestigkeit gefordert sind. Insgesamt ist XPS eine echte Alternative, aber selten die wirtschaftlich bessere Wahl.

Für besonders anspruchsvolle Projekte gibt es Vakuumdämmung, die deutlich leistungsstärker ist als PUR oder PIR. Mit Lambda-Werten zwischen 0,004 und 0,007 W/mK erreichen Sie mit nur 3 cm Vakuumdämmung dieselbe Dämmwirkung wie mit 8 cm Polyurethan-Hartschaum. Der Preis liegt allerdings bei 80-150 EUR/m² Material, also dem Drei- bis Vierfachen von PIR. Vakuumdämmung lohnt sich deshalb nur dort, wo Platz extrem knapp ist und das Budget eine untergeordnete Rolle spielt, etwa bei denkmalgeschützten Fassaden oder in Passivhäusern mit höchsten Effizienzansprüchen. Mehr Details zu Vakuumdämmung als dünnste Lösung erfahren Sie in unserem separaten Ratgeber. Auch Aerogel bietet sehr niedrige Lambda-Werte, ist aber ebenfalls deutlich teurer als konventionelle Dämmstoffe.


Häufige Fragen zu PUR- und PIR-Dämmung

Was ist PUR-Dämmung?

PUR-Dämmung ist ein Polyurethan-Hartschaum mit geschlossenen Poren, der durch Reaktion von Polyolen und Isocyanaten entsteht. Das Material erreicht Wärmeleitfähigkeiten von 0,023 bis 0,028 W/mK und gehört damit zu den effizientesten konventionellen Dämmstoffen. PUR-Dämmplatten werden für Fassade, Dach, Keller und Fußboden eingesetzt und überzeugen durch geringes Gewicht, hohe Druckfestigkeit und Feuchtebeständigkeit. Die Brandschutzklasse liegt meist bei B2 (normal entflammbar), weshalb für Anwendungen mit erhöhten Brandschutzanforderungen eher PIR verwendet wird.

Was bedeutet PIR-Dämmung?

PIR steht für Polyisocyanurat, eine Weiterentwicklung von Polyurethan-Hartschaum. Durch einen höheren Anteil an Isocyanurat-Bindungen ist PIR temperaturbeständiger und erreicht Brandschutzklasse B1 (schwer entflammbar), während PUR meist B2 eingestuft wird. Die Dämmleistung ist mit Lambda 0,023-0,028 W/mK praktisch identisch, der Preis liegt etwa 10-15 Prozent über dem von PUR. PIR wird bevorzugt in Bereichen mit erhöhten Brandschutzanforderungen eingesetzt, etwa bei WDVS-Fassaden oder Flachdächern.

Wie hoch ist der Dämmwert von PUR und PIR?

Der Dämmwert wird über die Wärmeleitfähigkeit Lambda ausgedrückt. PUR- und PIR-Dämmstoffe erreichen Werte zwischen 0,023 und 0,028 W/mK, je nach Produkt und Hersteller. Hochwertige Produkte liegen bei WLS 023, Standardprodukte eher bei WLS 025 bis 028. Je niedriger der Lambda-Wert, desto besser die Dämmleistung. Mit 8 cm PUR oder PIR bei Lambda 0,025 erreichen Sie einen U-Wert von etwa 0,30 W/(m²·K), während 10 cm auf rund 0,24 W/(m²·K) kommen und damit die GEG-Anforderungen erfüllen.

Was dämmt besser: PUR oder PIR?

Die Dämmleistung von PUR und PIR ist nahezu identisch. Beide Materialien bewegen sich im Lambda-Bereich von 0,023 bis 0,028 W/mK, und hochwertige Produkte beider Varianten erreichen dieselben Spitzenwerte um 0,023 W/mK. Der Unterschied liegt nicht in der Dämmwirkung, sondern im Brandverhalten und in der Temperaturbeständigkeit. PIR ist schwer entflammbar (B1) und hitzebeständiger, weshalb es bei erhöhten Anforderungen bevorzugt wird. Für die reine Dämmleistung spielt die Wahl zwischen PUR und PIR keine Rolle.

Welche Nachteile hat Polyurethan-Dämmung?

Der größte Nachteil ist der Preis: Mit 25-45 EUR/m² Material kostet Polyurethan-Hartschaum 50-100 Prozent mehr als EPS oder Mineralwolle. Die Dampfdichtigkeit kann bei falscher Planung zu Feuchteproblemen führen, besonders bei Innendämmung oder in Altbauten. PUR erreicht nur Brandklasse B2, während Mineralwolle nicht brennbar ist (A1). Bei der Herstellung werden fossile Rohstoffe verwendet, und im Brandfall können gesundheitsschädliche Gase entstehen. Wer diese Nachteile in Kauf nimmt, erhält dafür die höchste Dämmleistung pro Zentimeter unter den konventionellen Dämmstoffen.

Welche Dämmung dämmt besser als PUR?

Nur Vakuumdämmung (VIP) übertrifft Polyurethan-Hartschaum deutlich. Mit Lambda-Werten von 0,004 bis 0,007 W/mK erreicht Vakuumdämmung die fünf- bis sechsfache Dämmleistung von PUR oder PIR. Mit nur 3 cm VIP erzielen Sie denselben Dämmwert wie mit 8 cm PUR. Allerdings kostet Vakuumdämmung 80-150 EUR/m² Material und ist damit drei- bis viermal teurer. Die Anwendung lohnt sich deshalb nur bei extrem begrenztem Platz, etwa in Denkmalgebäuden oder bei Passivhäusern mit höchsten Effizienzansprüchen.

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