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Fassadendämmung Kosten: Preise, Förderung & Amortisation im Überblick

Die Kosten für eine Fassadendämmung bewegen sich zwischen 90 und 250 Euro pro Quadratmeter, wobei Material und Ausführung die größten Preistreiber s...

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Fassadendämmung Kosten: Preise, Förderung & Amortisation im Überblick


Die Kosten für eine Fassadendämmung bewegen sich zwischen 90 und 250 Euro pro Quadratmeter, wobei Material und Ausführung die größten Preistreiber sind. Mit BAFA-Förderung von bis zu 20 Prozent (oder 25 Prozent mit iSFP-Bonus) lässt sich die Investition spürbar reduzieren, während sich die Maßnahme durch eingesparte Heizkosten meist nach 12 bis 18 Jahren amortisiert. Welche Variante für Ihr Haus wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von der gewählten Dämmmethode, dem Material und der Fassadenfläche ab. Einen allgemeinen Überblick zu den Methoden und Materialien für Fassadendämmung erhalten Sie in unserem separaten Artikel.


Warum sich die Investition lohnt

Eine ungedämmte Außenwand verliert bis zu 35 Prozent der Heizwärme, was sich direkt in hohen Energiekosten niederschlägt. Durch eine fachgerecht ausgeführte Fassadendämmung – oder Isolierung, wie viele Hausbesitzer sie nennen – senken Sie die Heizkosten um 20 bis 30 Prozent. Das Raumklima verbessert sich dabei ebenfalls, weil kalte Außenwände keine Feuchtigkeit mehr anziehen. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert bei größeren Sanierungen einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²·K) für die Außenwand, was ohne Dämmung kaum zu erreichen ist. Am meisten Energiesparen lässt sich, wenn Fassade und Keller zusammen gedämmt werden, weil dann alle großen Wärmeverlustflächen eines Hauses gleichzeitig abgedeckt sind. Zudem stehen mit BAFA und KfW staatliche Fördermittel bereit, die einen wesentlichen Teil der Investition abdecken und damit die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme deutlich verbessern. Wer heute investiert, sichert sich nicht nur niedrigere Heizkosten, sondern auch die langfristige Werthaltigkeit des Gebäudes.


Kosten Fassadendämmung nach Dämmmaterial

Die Wahl des Dämmstoffs beeinflusst die Gesamtkosten erheblich, weil unterschiedliche Materialien verschiedene Lambda-Werte aufweisen und damit unterschiedlich dick aufgebaut werden müssen. Ein niedriger Lambda-Wert bedeutet bessere Dämmwirkung bei geringerer Dicke, was vor allem bei beengten Platzverhältnissen wichtig wird.

Kostenübersicht Dämmmaterialien

DämmstoffLambda (W/m·K)Dicke bei U=0,24*Material EUR/m²Einbau EUR/m²Gesamt EUR/m²Brandschutz
EPS (Styropor)0,032-0,04014-16 cm15-2560-8075-105Schwer entflammbar
Mineralwolle0,035-0,04014-16 cm20-3565-8585-120Nicht brennbar
Holzfaser0,038-0,04516-18 cm30-5070-90100-140Schwer entflammbar
PU-Hartschaum0,024-0,02810-12 cm35-5565-85100-140Schwer entflammbar
Mineralischer Schaum0,045-0,05518-22 cm25-4070-9095-130Nicht brennbar
Aerogel0,013-0,0155-6 cm80-12080-110160-230Nicht brennbar
Vakuumdämmung (VIP)0,004-0,0072-3 cm120-180100-140220-320Nicht brennbar
*Dämmstärke für GEG-Standard U-Wert 0,24 W/(m²·K)

EPS bleibt die günstigste Option und dominiert den Markt bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS), weil das Material leicht zu verarbeiten ist und eine gute Dämmwirkung bietet. Mineralwolle kostet etwas mehr, punktet aber mit besserem Brandschutz und wird deshalb häufig bei mehrgeschossigen Gebäuden eingesetzt. Holzfaser ist die nachhaltigste Variante für ökologisch orientierte Bauherren, allerdings mit höherem Materialpreis und dickerer Aufbaustärke. Aerogel und Vakuumdämmung kommen nur dort zum Einsatz, wo der Platz stark begrenzt ist – etwa bei Denkmalschutz oder Innendämmung –, denn hier zahlen Sie deutlich mehr für die dünnere Ausführung. Weitere Details zu Vakuumdämmung als dünnste Lösung lesen Sie auf unserer Seite.

Unser Tipp

Wenn Sie ein Einfamilienhaus mit ausreichend Fassadenfläche sanieren, lohnt sich EPS oder Mineralwolle aufgrund eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Bei beengten Verhältnissen oder hohen Brandschutzanforderungen kann PU-Hartschaum eine wirtschaftliche Alternative sein, da Sie mit 10 bis 12 Zentimetern Dicke auskommen. Vakuumdämmung ist mit 220 bis 320 Euro pro Quadratmeter nur bei extremen Platzbeschränkungen sinnvoll, etwa wenn Sie den Dachüberstand nicht verändern dürfen oder bei einer Innendämmung jeden Zentimeter Wohnfläche bewahren wollen.


Kosten Fassadendämmung nach Dämmmethode

Die Ausführung der Fassadendämmung beeinflusst die Kosten mindestens ebenso stark wie das Material, weil Aufwand und Arbeitszeit je nach Methode erheblich variieren. Während ein WDVS relativ standardisiert abläuft, erfordert eine hinterlüftete Vorhangfassade deutlich mehr handwerkliches Geschick und Konstruktionsaufwand. Auf unser Seite haben wir Ihnen einen Vergleich von Dämmmaterialien zur Verfügung gestellt.

WDVS (Wärmedämmverbundsystem)

Das WDVS ist die häufigste und meist auch wirtschaftlichste Methode für Außendämmung, da die Dämmplatten direkt auf die Außenwand geklebt und gedübelt werden. Darauf folgen eine Armierungsschicht mit Gewebe und ein mineralischer oder organischer Putz als Oberfläche. Die Gesamtkosten liegen je nach Material zwischen 90 und 150 €/m², wobei EPS-basierte Systeme am günstigsten sind. Ein WDVS eignet sich besonders für ebene Fassaden ohne aufwendige Gliederungselemente, weil der Aufbau schlank bleibt und die Ausführung zügig vorangeht. Allerdings müssen Fensterlaibungen verbreitert und Dachüberstände eventuell angepasst werden, was zusätzliche Kosten verursachen kann.

Die Dämmstärke hat dabei deutlichen Einfluss auf den Endpreis. Ein WDVS mit 12 Zentimetern Mineralwolle kostet rund 8 bis 12 €/m² weniger als dieselbe Ausführung mit 16 Zentimetern. Der Grund: weniger Material und leicht sinkender Klebstoffverbrauch. Wer den GEG-Standard von 0,24 W/(m²·K) sicher erreichen will, braucht bei den meisten Außenwänden mindestens 14 Zentimeter. Deshalb lohnt sich der Vergleich der angebotenen Dämmstärken immer. Auch die Putzoberfläche schlägt zu Buche: Ein einfacher Kratzputz liegt bei 10 bis 15 €/m². Ein Silikatputz oder Edelputz kostet dagegen 25 bis 40 Euro mehr. Wer die Fassade später in einem anderen Farbton streichen möchte, sollte das bei der Putzauswahl berücksichtigen, denn organische Putze lassen sich einfacher neu streichen als mineralische.

Vorhangfassade

Bei der hinterlüfteten Vorhangfassade wird eine Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium auf die Außenwand montiert, zwischen der die Dämmung eingebracht wird. Vor die Dämmung kommt eine Hinterlüftungsebene, die Feuchtigkeit abtransportiert, und schließlich eine Verkleidung aus Holz, Schiefer, Faserzement oder Metallpaneelen. Diese Methode kostet mit 150 bis 250 €/m² deutlich mehr als WDVS (Wärmedämmverbundsystem), bietet aber eine langlebigere Konstruktion und vielfältige Gestaltungsoptionen. Vorhangfassaden eignen sich besonders für feuchteempfindliche Bauweisen wie Fachwerk oder bei hohen gestalterischen Ansprüchen, weil Sie die Optik völlig frei wählen können. Der Aufwand für die Unterkonstruktion und die aufwendigere Ausführung treiben allerdings die Kosten in die Höhe.

Kerndämmung

Die Kerndämmung kommt nur bei zweischaligem Mauerwerk infrage, also wenn zwischen Innen- und Außenwand ein Hohlraum besteht. Hier wird Einblasdämmung durch Bohrlöcher in die Luftschicht eingeblasen, wobei drei Materialien zur Wahl stehen: Mineralwolle-Flocken, Perlite (ein vulkanisches Granulat) und EPS-Granulat. Mineralwolle-Einblasdämmung kostet als Material rund 15 bis 25 €/m², Perlite liegt bei 20 bis 35 Euro und EPS-Granulat kommt am günstigsten weg. Mit 25 bis 50 €/m² inklusive Einblas-Arbeiten liegt die Kerndämmung deutlich unter den Kosten einer WDVS-Lösung, weil keine Fassadenverkleidung nötig ist. Allerdings funktioniert die Einblasdämmung nur bei intakter Luftschicht ohne Mauerwerksbeschädigungen, und die Dämmwirkung ist durch die begrenzte Hohlraumtiefe (meist 6 bis 12 Zentimeter) eingeschränkt.

Trotzdem amortisiert sich eine Kerndämmung oft schon nach 5 bis 8 Jahren, was sie zur wirtschaftlichsten Option macht, wenn die baulichen Voraussetzungen stimmen. Ob Ihr Haus für die Einblasdämmung geeignet ist, lässt sich mit einer einfachen Endoskopie durch das Bohrloch prüfen – das dauert wenige Minuten und gibt Klarheit, bevor Sie Angebote einholen.

Innendämmung

Eine Innendämmung kostet zwischen 60 und 150 €/m² und wird nur dann gewählt, wenn eine Außendämmung baulich oder rechtlich nicht möglich ist – etwa bei Denkmalschutz oder direkt an der Grundstücksgrenze stehenden Gebäuden. Das Problem bei Innendämmung ist der Verlust an Wohnfläche und das erhöhte Schimmelrisiko, wenn die Konstruktion nicht fachgerecht mit Dampfbremse ausgeführt wird. Zudem bleiben Wärmebrücken an Geschossdecken bestehen, was die Dämmwirkung einschränkt. Dennoch kann Innendämmung wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn die Alternative bedeutet, auf jede Dämmung zu verzichten, denn selbst eine reduzierte Dämmwirkung senkt die Heizkosten spürbar.


Kostenfaktoren im Detail

Neben Material und Methode beeinflussen zahlreiche weitere Faktoren die Gesamtkosten, wobei sich manche nur schwer im Vorfeld kalkulieren lassen. Eine genaue Kostenschätzung erfordert deshalb immer eine Vor-Ort-Besichtigung durch einen Fachbetrieb. Mit welchen Kosten für Wärmedämmung Sie prinzipiell rechnen müssen, erfahren Sie in unserem separaten Überblick.

Gerüstkosten

Das Gerüst schlägt mit 5 bis 12 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche zu Buche und macht bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter Fassadenfläche bereits 750 bis 1.800 Euro aus. Bei mehrgeschossigen Gebäuden oder schwer zugänglichen Fassaden steigen die Gerüstkosten entsprechend, während Sie bei niedrigen Gebäuden eventuell mit Arbeitsbühnen günstiger fahren. Die Standzeit des Gerüsts beeinflusst die Kosten kaum, da die Gerüstbauer meist pauschal abrechnen, deshalb sollten Sie mehrere Gewerke koordinieren, falls gleichzeitig Dacharbeiten oder Fensteraustausch anstehen.

Fassadenvorbereitung

Alte Putze müssen manchmal komplett entfernt werden, wenn sie schadhaft sind oder nicht ausreichend tragfähig für das WDVS. Das kostet zusätzlich 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter und kann die Gesamtkosten erheblich erhöhen, besonders bei Altbauten mit mehreren Putzschichten. Auch Risse müssen vor der Dämmung fachgerecht saniert werden, weil sonst Feuchtigkeit eindringt und die Dämmwirkung zunichtemacht. Eine gründliche Bestandsaufnahme vor Beginn der Arbeiten verhindert böse Überraschungen während der Ausführung.

Gebäudegliederung und Optik

Je mehr Fenster, Erker, Balkone oder andere Gliederungselemente Ihre Fassade aufweist, desto aufwendiger wird die Ausführung. An jedem Fenster müssen die Laibungen verbreitert, Anschlüsse abgedichtet und eventuell neue Fensterbänke montiert werden, was den Arbeitslohn nach oben treibt. Eine schlichte Fassade ohne viele Details ist deshalb deutlich günstiger zu dämmen als ein reich gegliederter Altbau. Auch die Wahl der Putzoberfläche beeinflusst die Kosten: Ein einfacher Kratzputz kostet 10 bis 15 Euro pro Quadratmeter, während ein Edelputz oder eine Klinkerverkleidung schnell 40 bis 80 Euro zusätzlich verschlingt.

Regionale Unterschiede beim Arbeitslohn

Die Handwerkerkosten variieren regional stark, wobei in Ballungsräumen wie München oder Hamburg mit 20 bis 30 Prozent höheren Arbeitslöhnen zu rechnen ist als in ländlichen Gebieten. Auch die Auftragslage spielt eine Rolle: In Zeiten mit vielen Aufträgen steigen die Preise, während Sie in ruhigeren Phasen oft bessere Konditionen aushandeln können. Ein Angebotsvergleich mit mindestens drei Handwerksbetrieben lohnt sich deshalb immer, wobei Sie nicht nur auf den Quadratmeterpreis achten sollten, sondern auch auf Gewährleistung und Referenzen.


Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus

Um die Gesamtkosten greifbar zu machen, rechnen wir ein typisches freistehendes Einfamilienhaus durch. Das Gebäude hat eine Fassadenfläche von 150 Quadratmetern (abzüglich Fenster und Türen) und wird mit einem WDVS (Wärmedämmverbundsystem) aus Mineralwolle gedämmt.

Sie möchten die genauen Dämmkosten für Ihr Haus berechnen? MEUVO berät Sie gern für eine individuelle Kalkulation. Nutzen Sie unser Kontaktformular für Ihre Anfrage. Unser Fachteam wird sich innerhalb von 24 h mit Ihnen in Verbindung setzen.

Kostenaufstellung

PositionMengePreis/EinheitGesamt
Gerüst (4 Wochen Standzeit)150 m²8 EUR/m²1.200 EUR
Untergrundvorbereitung150 m²12 EUR/m²1.800 EUR
Dämmplatten Mineralwolle (16 cm, WLG 035)150 m²28 EUR/m²4.200 EUR
Kleber, Dübel, Armierung150 m²18 EUR/m²2.700 EUR
Oberputz (mineralisch, Kratzputz)150 m²12 EUR/m²1.800 EUR
Fensterlaibungen (12 Fenster)12 Stück120 EUR/Stück1.440 EUR
Sockelbereich (Perimeterdämmung)35 m²45 EUR/m²1.575 EUR
Arbeitslohn (Montage, Verputzen)150 m²55 EUR/m²8.250 EUR
GESAMT (brutto)22.965 EUR
Pro m² Fassadenfläche153 EUR/m²

Förderung abziehen

Bei Inanspruchnahme der BAFA-Förderung von 20 Prozent reduziert sich die Investition um 4.593 Euro auf 18.372 Euro. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erhöhen Sie die Förderquote auf 25 Prozent, was 5.741 Euro Zuschuss bedeutet und die Nettoinvestition auf 17.224 Euro senkt. Diese staatlichen Fördermittel machen die Fassadendämmung für viele Haushalte erst wirklich rentabel, deshalb sollten Sie den Antrag grundsätzlich vor Beginn der Arbeiten stellen. Die Beispielrechnung zeigt, dass die Kosten pro Quadratmeter im realistischen Mittelfeld liegen, wenn Sie ein Standardsystem ohne besondere Anforderungen wählen.


Amortisation und Wirtschaftlichkeit für Dämmung der Fassade

Die Amortisationszeit gibt an, nach wie vielen Jahren sich die Investition durch eingesparte Heizkosten bezahlt gemacht hat. Diese Berechnung hängt stark vom aktuellen Energiepreis, dem Heizungssystem und dem energetischen Ausgangszustand des Gebäudes ab.

Beispielrechnung Heizkostenersparnis

Ein unsaniertes Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche verbraucht etwa 180 kWh pro Quadratmeter und Jahr für Heizung. Bei einem Gaspreis von 12 Cent pro Kilowattstunde entstehen jährliche Heizkosten von rund 3.024 Euro. Nach der Fassadendämmung sinkt der Verbrauch um etwa 25 Prozent auf 135 kWh pro Quadratmeter, was 2.268 Euro Heizkosten entspricht. Die jährliche Einsparung beträgt somit 756 Euro.

Bei einer Nettoinvestition von 17.224 Euro (mit 25 Prozent BAFA-Förderung) ergibt sich eine Amortisationszeit von etwa 23 Jahren. Das klingt zunächst lang, berücksichtigt aber nicht die zu erwartenden Energiepreissteigerungen, die die Amortisation beschleunigen. Bei einer jährlichen Preissteigerung von nur 3 Prozent verkürzt sich die Amortisationszeit auf etwa 18 Jahre. Zudem steigt der Immobilienwert durch die energetische Sanierung, was bei einem späteren Verkauf die Wirtschaftlichkeit zusätzlich verbessert.

ROI-Betrachtung über Lebensdauer

Eine fachgerecht ausgeführte Fassadendämmung hält 40 bis 50 Jahre, während die Heizkosten über diesen Zeitraum kontinuierlich anfallen. Selbst bei konservativer Rechnung sparen Sie über die Lebensdauer der Dämmung ein Vielfaches der Investition ein, weshalb sich die Maßnahme aus rein wirtschaftlicher Sicht praktisch immer lohnt. Hinzu kommen die verbesserte Wohnbehaglichkeit durch wärmere Wandoberflächen und das geringere Schimmelrisiko, was sich kaum in Euro beziffern lässt, aber die Lebensqualität erheblich steigert.

Wohnkomfort: Der unterschätzte Vorteil

Was bringt das für Ihren Alltag? Eine gedämmte Fassade verändert das Raumklima spürbar, weil die Innenseite der Außenwand im Winter nicht mehr kalt ist. Ungedämmte Wände kühlen auf 12 bis 14 Grad Celsius ab und entziehen dem Raum Strahlungswärme – selbst wenn die Luft auf 20 Grad beheizt wird, fühlt sich der Raum zugig an. Nach der Dämmung liegt die Wandtemperatur innen bei 18 bis 19 Grad, was den gefühlten Wohnkomfort deutlich verbessert, ohne dass Sie die Heizung höher drehen müssen. Zugluftgefühl und kalte Füße entlang der Außenwände gehören dann der Vergangenheit an. Dieser Gewinn an Wohnqualität lässt sich nicht in der Amortisationsrechnung abbilden, spricht aber viele Hausbesitzer genauso stark an wie das Energiesparen.


Förderung für Fassadendämmung

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) über die BAFA bezuschusst Fassadendämmungen mit bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten. Wenn Sie einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorlegen, erhöht sich der Zuschuss auf 25 Prozent. Die maximale Fördersumme liegt bei 60.000 Euro pro Wohneinheit und Kalenderjahr, was für ein Einfamilienhaus in der Regel ausreicht.

Weitere Details zur Förderung der Dämmung einer Fassade und zum Antragsprozess erfahren Sie auf unserer separaten Seite.

Voraussetzungen für die Förderung

Um die BAFA-Förderung zu erhalten, muss die Dämmmaßnahme von einem Fachunternehmen ausgeführt werden und bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllen. Für die Außenwand gilt ein U-Wert von maximal 0,20 W/(m²·K), was geringfügig strenger ist als die GEG-Anforderung. Zudem müssen Sie einen Energieberater hinzuziehen, der die Maßnahme plant und die Ausführung überwacht. Die Kosten für den Energieberater werden ebenfalls gefördert, sodass dieser Posten Ihre Nettoinvestition kaum erhöht.

iSFP-Bonus nutzen

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein vom Energieberater erstellter Fahrplan für die schrittweise energetische Sanierung Ihres Hauses. Er kostet etwa 500 bis 800 Euro, wird aber zu 80 Prozent gefördert. Wenn Sie die darin empfohlenen Maßnahmen umsetzen, erhalten Sie 5 Prozentpunkte zusätzliche Förderung auf jede Einzelmaßnahme. Bei einer Investition von 23.000 Euro bedeutet der iSFP-Bonus zusätzliche 1.150 Euro Zuschuss, was die Kosten für den Fahrplan mehr als kompensiert. Ein iSFP lohnt sich deshalb praktisch immer, zumal er auch zukünftige Sanierungsschritte optimiert und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Maßnahmen berücksichtigt.


Häufige Fragen zu Fassadendämmung Kosten

Wie viel kostet eine Fassadendämmung von 100 qm?

Bei einer Fassadenfläche von 100 Quadratmetern liegen die Gesamtkosten für ein WDVS (Wärmedämmverbundsystem) mit Mineralwolle zwischen 9.000 und 15.000 Euro brutto. Das entspricht 90 bis 150 €/m², wobei günstigere EPS-Systeme am unteren Ende liegen und hochwertigere Ausführungen mit Holzfaser oder PU-Hartschaum teurer ausfallen. Gerüst, Untergrundvorbereitung und Fensterlaibungen sind in dieser Kalkulation bereits enthalten. Mit BAFA-Förderung reduziert sich die Nettoinvestition um 20 bis 25 Prozent auf etwa 7.200 bis 12.000 Euro.

Wie viel kostet eine Fassadendämmung von 200 qm?

Bei einer Fassadenfläche von 200 Quadratmetern steigen die Gesamtkosten nicht linear, weil die Gerüstkosten und die Anfahrtspauschalen des Handwerkers auf eine größere Fläche verteilt werden. Die WDVS Kosten für Mineralwolle liegen bei 200 Quadratmetern typischerweise zwischen 16.000 und 26.000 Euro brutto, was einem Quadratmeterpreis von 80 bis 130 Euro entspricht – rund 10 bis 15 Prozent günstiger pro Quadratmeter als bei kleineren Häusern. Ursache ist der Fixkostenanteil: Gerüst, An- und Abfahrt sowie die Einrichtung der Baustelle fallen unabhängig von der Fläche an. Mit BAFA-Fördermitteln von 20 Prozent sinkt die Nettoinvestition auf etwa 12.800 bis 20.800 Euro, mit iSFP-Bonus auf 12.000 bis 19.500 Euro.

Was kostet WDVS pro Quadratmeter?

Ein komplettes Wärmedämmverbundsystem kostet zwischen 90 und 150 €/m² inklusive Material, Arbeitslohn und Gerüst. EPS-basierte Systeme liegen bei 90 bis 110 Euro, während Mineralwolle 100 bis 130 Euro kostet. Hochwertige Ausführungen mit PU-Hartschaum oder ökologischen Dämmstoffen erreichen 130 bis 150 €/m². Diese Preise verstehen sich als Durchschnitt für ein normales Einfamilienhaus ohne besondere Erschwernisse wie aufwendige Gliederung oder schwierige Zugänglichkeit.

Was bringt 10 cm Fassadendämmung?

Eine 10 Zentimeter dicke Dämmung aus Mineralwolle (WLG 035) verbessert den U-Wert einer Außenwand von etwa 1,4 W/(m²·K) (ungedämmt) auf circa 0,30 W/(m²·K). Das senkt den Heizwärmebedarf um etwa 20 bis 25 Prozent, was bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus jährlich 600 bis 800 Euro Heizkosten einspart. Allerdings erreichen Sie mit 10 Zentimetern nicht den GEG-Standard von 0,24 W/(m²·K), weshalb für Neubauten und förderfähige Sanierungen meist 14 bis 16 Zentimeter erforderlich sind. Dennoch ist eine dünnere Dämmung besser als gar keine, wenn bauliche Zwänge eine stärkere Ausführung verhindern.

Wie viel Förderung gibt es für Fassadendämmung?

Die BAFA fördert Fassadendämmungen mit 20 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt die Förderquote auf 25 Prozent. Bei einer typischen Investition von 20.000 Euro erhalten Sie also 4.000 Euro Zuschuss ohne iSFP oder 5.000 Euro mit iSFP. Die Kosten für den Energieberater, der den Antrag stellt und die Ausführung begleitet, werden separat mit 80 Prozent gefördert. Wichtig ist, dass Sie den Antrag vor Beginn der Maßnahme stellen müssen, sonst verfällt der Förderanspruch.

Wie viel Sinn macht eine Außendämmung wirklich?

Eine Außendämmung macht energetisch und wirtschaftlich fast immer Sinn, besonders bei ungedämmten Altbauten mit hohen Heizkosten. Die Investition amortisiert sich typischerweise nach 12 bis 18 Jahren, während die Dämmung 40 bis 50 Jahre hält. Über die gesamte Lebensdauer sparen Sie ein Vielfaches der Anfangsinvestition, zumal die Energiepreise tendenziell steigen. Neben der Wirtschaftlichkeit verbessert eine Außendämmung das Raumklima erheblich, weil warme Wandoberflächen die gefühlte Temperatur erhöhen und Schimmelbildung verhindern. Auch der Immobilienwert steigt durch eine energetische Sanierung, was bei einem späteren Verkauf die Wirtschaftlichkeit zusätzlich verbessert.

Wie viel kostet es, eine 100 qm Fassade zu verputzen?

Ein neuer Außenputz ohne Dämmung kostet zwischen 25 und 50 €/m², je nach Putzart und Untergrundvorbereitung. Bei 100 Quadratmetern liegen die Kosten also zwischen 2.500 und 5.000 Euro inklusive Gerüst. Ein einfacher Kratzputz ist am günstigsten, während Edelputze oder strukturierte Oberflächen teurer ausfallen. Allerdings macht ein reiner Neuverputz ohne Dämmung energetisch wenig Sinn, da Sie die Gerüstkosten ohnehin tragen müssen und die zusätzliche Investition in eine Dämmung sich langfristig immer rechnet.

Was sind die Nachteile von WDVS?

WDVS hat einige Nachteile, die Sie bei der Entscheidung berücksichtigen sollten. Die Fassade wird dicker, was Dachüberstände und Fensterlaibungen verändert und manchmal optisch stört. Bei falscher Ausführung kann Feuchtigkeit hinter die Dämmung gelangen, was zu Schäden führt. Zudem bildet sich bei organischen Putzen manchmal Algen- oder Pilzbefall, besonders an wetterexponierten Nordfassaden, was regelmäßige Reinigung erfordert. Ein weiterer Nachteil ist die begrenzte Reparaturfähigkeit: Beschädigungen durch Hagel oder mechanische Einwirkungen lassen sich oft nur aufwendig ausbessern. Trotz dieser Nachteile bleibt WDVS die wirtschaftlichste Dämmmethode für die meisten Gebäude, wenn es fachgerecht ausgeführt wird.

Lohnt sich eine Fassadendämmung bei altem Haus?

Bei einem alten Haus lohnt sich die Fassadendämmung besonders, weil dort die Heizkosten ohne Dämmung meist sehr hoch sind. Die Einsparung fällt entsprechend größer aus, was die Amortisationszeit verkürzt. Allerdings sollten Sie vor der Dämmung prüfen, ob das Mauerwerk trocken und tragfähig ist, denn feuchte oder geschädigte Wände müssen erst saniert werden. Auch die verbleibende Nutzungsdauer des Gebäudes spielt eine Rolle: Wenn Sie das Haus noch mindestens 15 bis 20 Jahre bewohnen oder vererben wollen, rechnet sich die Investition praktisch immer. Bei einem baldigen Verkauf verbessert die Dämmung den Verkaufspreis, sodass sich die Maßnahme auch dann lohnt.

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